Prüfzeichen – geprüfte Sicherheit?
EN, DIN, GS, CE, was bedeuten diese Zeichen und Abkürzungen für Spielwaren? Als Eltern wollen wir nur das Beste für unser Kind. Dass Spielzeug keine Gefahr für unser Kind darstellen darf, ist für uns selbstverständlich. Eltern beginnen sich für Produkttests, Qualitätssiegel und Prüfzeichen zu interessieren. Doch die Vielzahl der Zeichen kann verwirren, und garantieren Qualitätssiegel tatsächlich hohe Qualität?
CE-geprüft
“CE” steht für Communauté Européenne (franz. für Europäische Gemeinschaft). Mit der Anbringung dieses Zeichens erklärt der Hersteller, dass das Produkt den zutreffenden EU-Normen entspricht, bei Spielzeug handelt es sich dabei um die Norm EN 71.
Der Hersteller kann sein Spielzeug selbst auf die Erfüllung der Norm prüfen, muss dies aber dokumentieren und nachweisen können. Eine externe Prüfung ist nicht erforderlich, in Deutschland kommt kein Spielzeug ohne CE-Zeichen auf den Markt. In der Theorie heißt das, dass alle Spielwaren auf dem Markt sicher sein müssten.
Aber grau ist alle Theorie, deshalb gibt es unabhängige Instituionen und Organisationen, die Spielwaren auf ihre Sicherheit überprüfen. Viele Spielwaren-Hersteller sind sich der Werbewirkung bekannter Qualitätssiegel bewusst und lassen ihre Spielsachen prüfen.
GS – Geprüfte Sicherheit
Das GS-Zeichen wurde in Deutschland als verbraucherorientiertes Prüfzeichen entwickelt und ist eines der führenden Sicherheitsprüfzeichen in Europa. Die Prüfung wird von einem zugelassenen, unabhängigen Prüf- und Zertifizierungsinstitut durchgeführt. Grundlage dieser Prüfung ist das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz. Da das GS-Zeichen für maximal fünf Jahre vergeben wird, ist eine regelmäßige Kontrolle gewährleistet.
Diese Überprüfung ist freiwillig, der Hersteller zeigt damit, dass ihm die Sicherheit seines Produktes sehr wichtig ist. Zertifizierungsstellen sind der Tüv, aber auch Materialprüfungsanstalten oder Berufsgenossenschaften. Da es sich um ein nationales Prüfsiegel handelt, plant die EU-Kommision aus Wettbewerbsgründen die Abschaffung des GS-Zeichens zu Gunsten des CE-Zeichens. Ausgang ungewiss.
EN 71 – DIN EN 71
EN 71 ist die europäische Norm für Sicherheit von Spielzeug, die für alle Marktteilnehmer in Europa gilt. Diese Norm wurde als DIN EN 71 vom Deutschen Institut für Normung übernommen. Die Anforderungen an Spielzeugsicherheit soll durch Tests sichergestellt werden. So müssen Flächen glatt, sauber und frei von Ast- und Fraßlöchern sein. Die Kanten und Ecken müssen gerundet und splitterfrei sein. Ein Spielzeug muss einer gewissen Zugbelastung, einem Schlag und einem Fall standhalten.
Für Kleinkinder unter 3 Jahren ist auf die Größe der Spielzeuge zu achten, damit sie nicht verschluckt werden können. Die meisten Spielsachen erfüllen diese Anforderung nicht, deshalb müssen sie als ungeeignet für Kinder unter 3 Jahren gekennzeichnet sein. Die Farben müssen speichel- und schweißfest sein.
Da gerade bei Holzspielzeug durch mechanische Einwirkung (z.B. Reinbeißen) Farbteile absplittern können, ist es von größter Bedeutung, dass die verwendete Farbe absolut unbedenklich ist. In der EN 71 sind strenge Grenzwerte von Inhaltsstoffen festgelegt. Es dürfen nur Farben verwendet werden, die diesen strengen Kriterien gerecht werden. Spielzeuglacke sind auch beim Verschlucken gesundheitlich unbedenklich.
26.Februar 2009
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